Jimmy Kafka - Stadt Land Flucht

Stadt - Land - Flucht

Jimmy Kafka

Erschienen am 26. February 2011

Infos

Wunderschöne DIY EP handgestempelt limiert auf 100 stk erstauflage. 6 Lieder emotionaler brachialer Emopunk vom feinsten. Oder doch eher Punkemo?

Rezensionen

Alessandro: http://borderlinefuckup.wordpress.com/: Mit ihrem 6-Tracker „Stadt, Land, Flucht“ haben es Jimmy Kafka auf Anhieb geschafft sich ihre eigene Schublade zu schnitzen. Umso erstaunlicher ist das, wenn man liest, dass die Band aus Mönchengladbach gerade mal seit 2009 zusammenspielt. Es ist schon sehr erfrischend wenn man eine deutschsprachige, emotionale Punkrock-Band hört, die sich von Gruppen wie Captain Planet oder Matula vollkommen absetzt. Diese sechs Stücke sind lupenreine Punk-Nummern mit schnellem Rhythmus und rauher Schale – allerdings schlagen Jimmy Kafka jede Menge Haken und haben neben starken Melodien auch ein paar hymnenhafte Refrains in petto. Die Arrangements lassen oft auch an Post-Hardcore-Bands der Marke Hot Water Music oder Make do and Mend denken. Sowohl die Gitarrenarbeit, als auch die zweistimmigen Vocals geben diesem Vergleich ihre Berechtigung. Überhaupt lebt die EP von ihrer Intensität, die sich allen voran durch die mehrstimmigen Vocals bemerkbar macht. Neben rauchigem Gesang gibt es auch klaren Gesang und ein paar Gruppen-Schreie. In diesem Sektor brillieren Jimmy Kafka und vermischen diese verschiedenen Stile zu einem homogenen Ganzen. Musikalisch passt’s ebenfalls zusammen, weil die Stücke, trotz ihrem hohen Tempo, viele liebenswerte Details haben und der Rohheit zum Trotz viel Hitcharakter besitzen. Abheben können sich Jimmy Kafka auch mit der Stimmung, die sie während dieser 20 Minuten erzeugen. „Stadt, Land, Flucht“ mag hohen Arschtrittfaktor haben – das Gefühl das die Band vermittelt ist aber höchst melancholisch und so viel emotionaler als bei so vielen Bands, die sich das Drei-Letter-Wort dick auf die Stirn schreiben. Verglichen mit Muff Potter, Captain Planet und Co sind es vorallem die Texte und die gesangliche Interpretation dieser, die Jimmy Kafka zu dem machen, was sie sind. Die Jungs aus Gladbach pfeiffen auf die intellektuell klingenden oder dezent humorigen Formulierungen, die man zumeist im hohen Norden hört. Sie benutzen einfache Worte, behandeln klare Themen und meinen ihre Sache einfach nur… ernst. Das Feeling von „Stadt, Land, Flucht“ ist einfach nur emo to the core. Man merkt: ich bin höchst angetan von der Band mit dem langweiligen Namen. Der Name ist aber das einzige das hier langweilig ist. Diese EP klingt frisch, unverbraucht, aufrichtig und einfach authentisch. Das Wort „vielversprechend“ reicht hier kaum aus! 8/10

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